Die Anpassung des Wortes an den Menschen

Hans Iwand (“Glaubensgerechtigkeit nach Luthers Lehre” in: Theologische Existenz heute, 75, 1941, 12):

Denn dieser echte Glaube hat es zu tun mit einem Gegenüber, das sich unseren Berechnungen und Gedanken, Wünschen und Hoffnungen entzieht, das als fremde Wirklichkeit in unser Leben einbricht und so von uns anerkannt sein will. Gott urteilt über Mensch und Welt, und glauben heißt, sich dieses Urteil zueigen machen. Dieses Urteil Gottes über den Menschen, sein Wesen, seinen Willen, sein Inneres, seine Lage ist dem entgegengesetzt, was der Mensch von sich denkt. Darum, wo immer das Wort Gottes den Menschen trifft, trifft es ihn als Gegner. Wird es so dargestellt, als wäre Gottes Wort eine dem Menschen, seinen Hoffnungen und Wünschen gemäße, ihnen gleichsam entsprechende Wahrheit, so ist von vornherein erwiesen, daß wir es hier nicht mit Gottes Wort zu tun haben. In dieser Anpassung des Wortes an den Menschen und sein Wesen sieht Luther geradezu das durchgängige Kennzeichen aller Häresie. Denn indem man sich Gottes Willen in der Richtung des eigenen Willens, seine Offenbarung in der Richtung des eigenen Wünschens und Hoffens denkt, löst man die Wirklichkeit Gottes auf und macht Gott zu einem Wunschbild des Menschen. Luther nennt das die annihilatio Die, die Vernichtung Gottes. Hier ist Gott nur noch ein Name für den Menschen, der selbst Gott sein möchte. In diesem Sinne ist alle menschliche Religion, sofern sie des Menschen Wollen und Streben ungebrochen in die Gottesvorstellung überträgt, eine besonders feine, geistliche Form, Gott zu annullieren.

Luther über das Leben

Das christliche Leben ist nicht Frommsein,
sondern ein Frommwerden,
nicht Gesundsein,
sondern ein Gesundwerden,
nicht Sein,
sondern ein Werden,
nicht Ruhe,
sondern eine Übung.
Wir sind‘s noch nicht, wir werden’s aber.
Es ist noch nicht getan und geschehen,
es ist aber im Gang und im Schwang.
Es ist nicht das Ende, es ist aber der Weg.

- Martin Luther, WA 7,336,31-36

Entwicklung von der Hauskirche weg

Eben habe ich kurz den Artikel auf wikipedia zu Hauskirchen überflogen. Darin wird gesagt, daß Christen schon vor der konstantinischen Wende Gebäude zu Kirchen umfunktionierten. Das war mir bislang nicht gegenwärtig.

Zum Rückgang der Hauskirchen führten im 3. Jahrhundert die zunehmende Größe der Gemeinden, die mehr und mehr ausgebaute organisatorische Struktur der Kirche, zu der teilweise auch Schulen gehörten, und die stärker betonte Feierlichkeit der Liturgie, die dafür einen besonderen Platz erforderte. Neben den schlichten Hauskirchenversammlungen gab es jetzt in großen Privathäusern spezielle Kapellenräume, zu Kirchen umfunktionierte Gebäude, sowie auch bereits einzelne zu diesem Zweck errichtete Kirchengebäude.

Diokletian ordnete im Rahmen der nach ihm benannten Verfolgungen im Jahre 301 die Zerstörung von Kirchen an. Auch das Toleranzedikt von Nikomedia, das den Christen erlaubt, ihre Kirchen wieder herzustellen, und das Toleranzedikt von Mailand von 313 bestimmte, dass die Christen ihre Versammlungsstätten zurückerhalten sollten, weisen darauf hin, dass es schon vor der konstantinischen Wende zahlreiche Kirchengebäude gegeben hat.

Ich frage mich nun: Was hat die Christen bewogen sich vom Hauskirchentum zu Feiern in der Kirche zu bewegen? Was hat den Hauskirchen gefehlt? Warum haben die Christen diese Form des christlichen Lebens, in einer Zeit, da Familien noch intakt waren, freiwillig aufgegeben?

Ich vermute, daß es mit der Wirkung von größeren Veranstaltungen mit vielen Gleichgesinnten zu tun hat, psychologisch bedingt ist. Da stoße ich aber auf das Problem, daß sich in den Hauskirchen ja die Größe der Gesamtbewegung formiert hat, den Menschen also scheinbar das große Gemeinschaftserlebnis nicht gefehlt hat.

Oder waren die Hauskirchen nur Notlösungen und der Wunsch nach einem eigenen Tempel allgegenwärtig? Oder war es schlicht Teil des Überlebenskampfes große (wehrhafte?) Gemeinschaften sichtbar zu machen?

Da schließen sich scheinbar noch sehr viele weitere Fragen an.

Gesegnete Weihnachten

jesugeburt

Ich wünsche allen Lesern ein gesegnetes Weihnachtsfest!
Gott wurde Mensch zur Erlösung aller. Ein Tag unendlicher Freude.

Weihnachtsglanz

Aller Glanz der Angesichter
kommt von deinem Angesicht,
Gott! Du bist der Erdenlichter
Quell. Du bist das ew’ge Licht.

Ja, an dir hat sich verloren,
was der Schöpfung Schönheit ist.
Und am lich’sten bist geboren
Du im Sohne Jesus Christ.

- Karl Ernst Knodt.

Weihnachtsmärkte sind nichts für mich

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Heute waren wir dann noch auf einem Weihnachtsmarkt. Bin ich ja sonst nicht so für zu haben, weil ich große Menschenansammlungen ncht besonders mag. Wir waren auf dem Weihnachtsmarkt an der Marienkirche vor dem “Roten Rathaus”.

Es war noch schlimmer als ich es mir vorgestellt hatte. Man konnte sich eigentlich kaum bewegen, so daß wir die Kinder auf die Schultern genommen haben, damit sie einerseits ein wenig geschützt waren und andererseits so ein wenig sehen konnten.

Die Kinder haben sich zwar über die (völlig überteuerten) kandierten Weintrauben und Mandeln gefreut, aber länger als eine Stunde haben wir es dann doch nicht ausgehalten.

Es bleibt wie es war. Weihnachtsmärkte sind nichts für mich.