Luther über das Leben

Das christliche Leben ist nicht Frommsein,
sondern ein Frommwerden,
nicht Gesundsein,
sondern ein Gesundwerden,
nicht Sein,
sondern ein Werden,
nicht Ruhe,
sondern eine Übung.
Wir sind‘s noch nicht, wir werden’s aber.
Es ist noch nicht getan und geschehen,
es ist aber im Gang und im Schwang.
Es ist nicht das Ende, es ist aber der Weg.

- Martin Luther, WA 7,336,31-36

Entwicklung von der Hauskirche weg

Eben habe ich kurz den Artikel auf wikipedia zu Hauskirchen überflogen. Darin wird gesagt, daß Christen schon vor der konstantinischen Wende Gebäude zu Kirchen umfunktionierten. Das war mir bislang nicht gegenwärtig.

Zum Rückgang der Hauskirchen führten im 3. Jahrhundert die zunehmende Größe der Gemeinden, die mehr und mehr ausgebaute organisatorische Struktur der Kirche, zu der teilweise auch Schulen gehörten, und die stärker betonte Feierlichkeit der Liturgie, die dafür einen besonderen Platz erforderte. Neben den schlichten Hauskirchenversammlungen gab es jetzt in großen Privathäusern spezielle Kapellenräume, zu Kirchen umfunktionierte Gebäude, sowie auch bereits einzelne zu diesem Zweck errichtete Kirchengebäude.

Diokletian ordnete im Rahmen der nach ihm benannten Verfolgungen im Jahre 301 die Zerstörung von Kirchen an. Auch das Toleranzedikt von Nikomedia, das den Christen erlaubt, ihre Kirchen wieder herzustellen, und das Toleranzedikt von Mailand von 313 bestimmte, dass die Christen ihre Versammlungsstätten zurückerhalten sollten, weisen darauf hin, dass es schon vor der konstantinischen Wende zahlreiche Kirchengebäude gegeben hat.

Ich frage mich nun: Was hat die Christen bewogen sich vom Hauskirchentum zu Feiern in der Kirche zu bewegen? Was hat den Hauskirchen gefehlt? Warum haben die Christen diese Form des christlichen Lebens, in einer Zeit, da Familien noch intakt waren, freiwillig aufgegeben?

Ich vermute, daß es mit der Wirkung von größeren Veranstaltungen mit vielen Gleichgesinnten zu tun hat, psychologisch bedingt ist. Da stoße ich aber auf das Problem, daß sich in den Hauskirchen ja die Größe der Gesamtbewegung formiert hat, den Menschen also scheinbar das große Gemeinschaftserlebnis nicht gefehlt hat.

Oder waren die Hauskirchen nur Notlösungen und der Wunsch nach einem eigenen Tempel allgegenwärtig? Oder war es schlicht Teil des Überlebenskampfes große (wehrhafte?) Gemeinschaften sichtbar zu machen?

Da schließen sich scheinbar noch sehr viele weitere Fragen an.

Gesegnete Weihnachten

jesugeburt

Ich wünsche allen Lesern ein gesegnetes Weihnachtsfest!
Gott wurde Mensch zur Erlösung aller. Ein Tag unendlicher Freude.

Weihnachtsglanz

Aller Glanz der Angesichter
kommt von deinem Angesicht,
Gott! Du bist der Erdenlichter
Quell. Du bist das ew’ge Licht.

Ja, an dir hat sich verloren,
was der Schöpfung Schönheit ist.
Und am lich’sten bist geboren
Du im Sohne Jesus Christ.

- Karl Ernst Knodt.

Weihnachtsmärkte sind nichts für mich

SAM_1179

Heute waren wir dann noch auf einem Weihnachtsmarkt. Bin ich ja sonst nicht so für zu haben, weil ich große Menschenansammlungen ncht besonders mag. Wir waren auf dem Weihnachtsmarkt an der Marienkirche vor dem “Roten Rathaus”.

Es war noch schlimmer als ich es mir vorgestellt hatte. Man konnte sich eigentlich kaum bewegen, so daß wir die Kinder auf die Schultern genommen haben, damit sie einerseits ein wenig geschützt waren und andererseits so ein wenig sehen konnten.

Die Kinder haben sich zwar über die (völlig überteuerten) kandierten Weintrauben und Mandeln gefreut, aber länger als eine Stunde haben wir es dann doch nicht ausgehalten.

Es bleibt wie es war. Weihnachtsmärkte sind nichts für mich.

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt…

Man erzählt sich, der Adventskranz sei von Johann Hinrich Wichern erfunden worden. Dieser Mann lebte von 1808-1881. Er leitete ein Haus, in dem Kinder ohne Eltern lebten. Für die verarmten Kinder war er wie ein richtiger Vater.

Johann Wichern versuchte immer mit neuen Ideen “seinen Kindern” zu zeigen, wer Jesus ist und was er alles für uns Menschen getan hat.

In der Adventszeit hatte er einmal eine tolle Idee: In der Eingangshalle seines Hauses vor der großen Treppe hing ein Leuchter, auf dem genau 24 Kerzen befestigt waren. Im Winter brannten normalerweise abends alle Kerzen, damit die Kinder auch was sehen konnten.

Einmal hatte Johann Wichern am 30. November alle Kerzen gelöscht. Am ersten Dezember hat er bloß eine Kerze wieder angezündet. Im Treppenhaus war es dadurch ganz dunkel. Man konnte fast nichts sehen. Am zweiten Dezember zündete er die zweite Kerze an. am dritten die dritte. Und so ging das weiter, bis am 24. Dezember alle Kerzen wieder brannten.

Die Kinder haben selbst gesehen und gespürt, wie es ist, im Dunkeln zu tappen, und wie es nach und nach immer heller wurde, je näher Weihnachten rückte.

“Und so ist Jesus”, konnte er dann erklären, “ohne ihn tappen wir ganz schön im Dunkeln. In der Adventszeit denken wir daran, dass es immer heller wird, je näher wir Jesus sind.”

Quelle: “Guter Start”, 4/2013, S.67